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fundevogel : Über die Kunst mit Trauer und Tod zu leben — Neue Debatte

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Das Leben vom Tod her gedacht versieht uns mit gesünderem und intensiverem Erleben, ob Freude, Traurigkeit, Glück, Zweifel, Mut, Angst. Er ist nach Abzug aller Nebenkosten nun mal das einzige Gesetz.

über Über die Kunst mit Trauer und Tod zu leben — Neue Debatte

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fundevogel : Das Lied des Kranichs — Agnes Podczeck

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In der Ergotherapiepraxis ist der tolle Fotoband über Zugvögel wieder aufgetaucht, den ich dort bereits vermisst hatte. Es gibt mehrere Seiten mit Bild und Text über die faszinierenden Kraniche. Auch in Erinnerung an den vergangenen heißen Sommer und den noch immer zu trockenen Herbst entstand gestern die hier gezeigte A4-Zeichnung mit Aquarellbuntstiften.

über Das Lied des Kranichs — Agnes Podczeck

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fundevogel : Projekt Totentanz

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… der Seele Flügel spannen, mit den Armen wedeln, abheben, frei sein … wie schön!

Shias Blog

Vor einiger Zeit setzte ich mich über 2-3 Jahre sehr mit dem Tod und dem Sterben auseinander. Das Projekt Totentanz entstand in dieser Zeit im Spiel mit einer Gruppe und in der Folge zwIMG_4614ingend weiter mit mir selbst. Ein Totentanz auf einem kleinen Klosterfriedhof und der Bau eines Grabmals in einem von Lothar zerstörten Fichtenwäldchens verdichtete diese eigene Auseinandersetzung. Der Film „Der Tod macht stille Leute“ mit den Teilnehmern des Projektes Totentanz setzte die Resonanzen der einzelnen Teilnehmer in einem filmischen Projekt zusammen. Es war eine intensive und irgendwie auch schräge Zeit, dicht, beängstigend, aber auch beglückend und befreiend. Zur Nachahmung empfohlen, es braucht nur ein bisschen Neugier und eine Portion Mut.

Totentanzprojekt

Totenhemdblog

Jenseits

spanne ich  meiner Seele Flügel
vor mir das weite Land
schwebe davon
im Wind, der mich trägt

kein Schmerz, der mich hält
keine Angst, die mich quält
durchtrenne das Band
die Sehnsucht mit treibt

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fundevogel : Spirituelles Testament \ ungläubiges staunen

Oh so schön, spricht mir aus der Seele und dem Herzen.
All das, in Vielem, im Großen und Ganzen, so ähnlich bin ich auch schon länger unterwegs.
Nenne mich auch wirklich gerne „alt“, was viele, die mich kennen, nicht ertragen mögen.
Möchte noch mehr loslassen …
fühle mich ermutigt, auch von dem, was nach meinem Tod sein soll, und wie es sein soll, zu lassen, vielleicht nur Inspirationen, Anregungen zu geben, wie es sein könnte,
damit nicht eine große Ratlosigkeit ausbricht
Trauernde möchten es oft im Sinne des/der Verstorbenen gestalten,
so ging es uns jedenfalls beim Tod meines Vaters …
DANKE!

ungläubiges staunen

Ich mag darüber nachdenken, was passiert, wenn es mit mir zuende geht. Ich lebe gern. Der Tod ist noch nicht im Raum, aber im Auge. Er stand schon ein paarmal in der Tür. Früher wild und rüttelnd, seit ein paar Jahren eher wie einer, der nur kurz Maß nehmen will für den anderen Anzug.
Seitdem entwerfe ich eine Art inneres letztes Hemd für meinen Abgang. Das übt Leben und Sterben zugleich. Wenn ich übers Weggehen denke, werde ich jetzt warm und wach. Der violette Horizont ist immer ein leiser Schrecken. Manchmal auch selbstverständlich wie eine Zielangabe für die Heimreise – nach langem Aufenthalt auf der Erde.

Ich ärgere mich nicht mehr über Verspätungen. Alles ist Lebenszeit, und wenn nicht geschieht, was ich will, geschieht vielleicht Besseres.

Also fangen wir an mit konkreten Ideen für den Abgang.

Ein oder zwei heilige Symbole sollten im Raum sein, wenn ich im Koma oder…

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Zu Ostern „Metamorphose“ | Träumen von einer besseren Welt

Frohe Ostern! mit der Auferstehung – heute, morgen, immer wieder und schließlich in der Ewigkeit!

Träumen von einer besseren Welt

Was ist für mich Auferstehung?

Ich weiß, das Bild des Schmetterlings hinkt. Die Raupe wird zum Schmetterling. Verändert sich völlig. Aber die Raupe stirbt nicht, um Schmetterling zu werden.

Und doch steht für mich der Schmetterling für Auferstehung.

Wenn ich Schmetterlinge sehe denke ich jedes Mal daran, was Gott wunderbares schafft. In so vielen Farben und Formen.

Und merke: Gott macht aus einer Raupe, die doch meist nicht so aufregend scheint und ein bisschen herumtapst etwas noch schöneres, das fliegt, frei ist und beeindruckt.

Gott verändert. Gott verändert alles. Er hat – schon so oft – verändert.

Regenbogen
Sprachen
Menschen
Liebe

Und dieses eine Mal, da ist die Veränderung noch größer und vollendet. Jesus stirbt und lebt wieder. Er war tot und nun ist er auferstanden. Der Tod ist nicht das Ende! Wie wunderbar!

Die Auferstehung hat seit damals viele Menschen verändert.
Wir sind nicht verloren. Und weil wir das…

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Alle reden über Trauer \ Blogaktion am 25.03.2019

Silke von in-lauter-Trauer lädt ein zur Blogaktion „Alle reden über Trauer“.
Ich habe mich ganz persönlich erinnert in meinem Beitrag.

alle-reden-ucc88ber-trauer-2019

Alle reden über Trauer

Alle reden über Trauer –

schön wär’s, gut wär’s, gesund wär’s auch!

Also: reden wir über Trauer!
Rede ich über Trauer!

Der Anlass für meine erste Trauer war die Geburt meines zweiten Bruders, als ich fast 6 Jahre alt war.

Mein Vater sagte, ich sei untröstlich gewesen, hätte so zwei Stunden lang geweint, mich einfach nicht beruhigen lassen …

Bald waren wir dann alle sehr traurig.

Denn mein Bruder war eben nicht nur ein Junge (was mich erst Mal so traurig machte – ich hatte mir sooooo eine kleine Schwester gewünscht), sondern auch schwer krank.

Eine unheilbare Blutkrankheit, extrem selten, geringe Chancen am Leben zu bleiben.
Meine Eltern suchten ihre Trauer zu verbergen,

zeigten sie auch nie offen vor mir und meinem Bruder.

Aber sie war da, ihre Trauer.

Auch wenn wir ihre Tränen nicht sahen.

Wir spürten die Traurigkeit.

Und für uns, für mich blieb nur wenig Kraft, wenig Energie, wenig Zuwendung übrig.

Besser wurde es erst, als er nach einem guten Jahr aus der Uniklinik zu uns kam.

Ein schwer traumatisierter kleiner Junge nach solch langer Zeit in vielen fremden Händen.

Die Trauer, die Sorge, die Niedergeschlagenheit begleiteten uns viele, viele Jahre.

Sie wurden allmählich schwächer, aber blieben doch da, neblig im Hintergrund, irgendwie beängstigend, einsam machend.

 

Trauer gehört seither zu meinem Leben.
Immer wieder.

Abschiede für immer

Verlassen werden

Im Stich gelassen werden

Reingelegt werden

Allein gelassen werden

 

All die vielen Menschen, die ich beerdigte und noch beerdigen werde

Das kann ich gut

Die Trauernden sagen mir: das war schön.

Das tut mir gut, bestärkt mich in meinem Tun.

 

All die Patient*innen, die ich bis zuletzt begleite, bis zum letzten Seufzer, Atemzug

Kann ich auch gut, auch die Angehörigen begleiten und stützen

Meine Katzen, die vor mir gingen, oder gehen mussten wegen schwerer Krankheit

Kleine Katzenengel sind sie nun

Immer wieder

nahezu täglich

denke ich an Muck, Mäxchen, Muck und Murrli,

an Noam, Arabella, Mikesch und Minusch.

 

Wichtige Menschen, geliebte Menschen, die gehen, sterben, nicht mehr sind, die ich zu Grabe trage

Mein Opa, Meine Oma, eine gute Freundin, mein Vater …

Fast jeden Tag spreche ich so zwischendurch ein paar Sätze mit dem einen oder der anderen von ihnen, stelle ihnen sogar noch Fragen, imaginiere ihre leisen  Antworten,

höre Opa sagen, sehe Oma Heu machen, erlebe die Freundin in dichten Gesprächen, spüre wie mein Vater mich begleitet …

 

 

Also gut:
habe ich ein bisschen über meine Trauer erzählt.

All meine Verlorenen,

all meine Toten

all meine Lieben

sind um mich, umgeben mich, begleiten mich, stärken und schützen und helfen mir … leben.

 

 

Lebe ich weiter mit meiner Trauer!

Und ich erlebe auch so

Tag für Tag

immer wieder

soo schöne, bunte Steine des Glücks.

 

 

PREDIGT über Jeremia 20,7-13

Hortensien

 

Meine PREDIGT über Jeremia 20,713

an Okuli 2019 –

stark inspiriert durch die Predigt von Bodil Reller in feministisch predigen 2019

Gott schenke uns ein Herz für sein Wort

und ein Wort für unsere Herzen. Amen.

Liebe Gemeinde,

liebe Freundinnen und Freunde im Glauben,

welch ein Lied! Welch ein Lied hören wir gleich! Ein dunkles Lied – zugleich auch ein Liebeslied an unsere Gottheit und ihre göttliche Macht. Ein Lied, das davon singt, wie abhängig der Liebende von der Geliebten ist.

Wie unterdrückt, hilflos und ohnmächtig der Liebende gegenüber der Geliebten sein kann. Ein Lied, dass die tiefsten Gedanken nicht verschweigt. Ein Lied, das formuliert: Gott hat nicht nach dem eigenen Willen gefragt:

Du hast mich verführt, Gott, und ich ließ mich verführen.

Du hast mich gepackt und überwältigt.“ (Jer 20,7 BIGS 2011)

Gewalt klingt an in diesen Worten – und Gott war der Täter. Gegen den Willen des Propheten hat Gott gehandelt. Hat ihn nicht gefragt, hat ihn überwältigt. So fühlt es sich an – überwältigt! Und erinnert an Jeremias Versuche, ganz am Anfang seiner Berufung – damals, als er zu Gott sagte:

Ich kann doch nicht reden, ich bin noch so jung!“ (Jer 1,6 BIGS 2011)

Trotzdem traut Gott Jeremia zu, sein Prophet zu sein, sein Volk zu begleiten und – zurechtzuweisen. Ihm, Jeremia, traut Gott es zu, der es sich selbst nicht zutraut.

Aber mit der Zeit wird Jeremia stärker, wagt es, sich von Gott senden zu lassen, wagt es auch, unangenehme Dinge anzusprechen.

Und spricht laut aus, was Gott ihm eingibt: das Volk ist auf einem Irrweg, weil es Gott aus dem Leben ausgeklammert hat, die Menschen sind böse und gewalttätig gegen Witwen, Waisen und Fremdlinge, sie reden scheinheilig, handeln hinterhältig.

Wo hat es Jeremia hingebracht? Für ihn ist sein Weg kein Triumphzug der Verkündigung, auch kein Triumphzug, weil er in der Nähe Gottes lebt.

Ganz im Gegenteil: ihn begleiten Hohn und Spott, seine Worte werden verlacht. Ja___, alle lachen über ihn!

Bis gerade eben war Jeremia doch noch ein Gefangener aufgrund seiner anklagenden Worte an das Volk, die Tempelpolizei, die Beamten und den König. An Händen und Füßen stramm gefesselt, geschlagen wurde er auch.

Nach einem Tag in Gefangenschaft die Freilassung. Innerlich stark geblieben, schleudert er seinem Peiniger ein paar prophetische Sprüche entgegen, mit der Autorität Gottes im Rücken:

20,4b Ganz Juda will ich in die Hand des Königs von Babel geben,

dass er die Menschen nach Babel in die Verbannung wegführe

oder mit dem Schwert erschlage.

5 Alle Schätze dieser Stadt, all ihren Besitz und ihre ganzen Kostbarkeiten

gebe ich preis, und alle Schätze der Könige Judas

gebe ich in die Hand derer, die sie befeinden,

dass sie alles plündern, mitnehmen und nach Babel bringen.

6 Du, Paschhur, und alle, die in deinem Haus wohnen,

müssen in die Verbannung ziehen.

Du wirst nach Babel ziehen, dort sterben und begraben werden,

du und alle deine Vertrauten,

denen du Lügen prophezeit hast.“ (Jer 20,4b-6 BIGS 2011)

Für einen Moment nur ist Jeremia so stark.

Gleich danach wird er stiller, spürt seine Qual, seine Last. Spürt, ich bin am Ende!

Und wendet sich an Gott, als er wieder neue Kraft in sich spürt. Hier setzt unser Predigttext ein – aus dem Buch Jeremia, Kapitel 20:

20, 7 Du hast mich verführt, Gott, und ich ließ mich verführen.

Du hast mich gepackt und überwältigt.

Jeden Tag werde ich zum Gespött, alle verlachen mich.

8 Ach, sooft ich rede, muss ich rufen, muss ich schreien:

Gewalt und Misshandlung.

Ja, das Wort Gottes wurde mir täglich zu Spott und Hohn.

9 Dachte ich aber: Ich will nicht mehr an Gott denken

und nicht mehr im Namen Gottes reden,

dann brannte es in meinem Herzen wie Feuer,

es erfüllte mein Inneres ganz.

Ich versuchte, dies auszuhalten, ich vermochte es aber nicht.

10 Ach, ich hörte das Gerede von Vielen:

Grauen ringsum! Verklagt ihn!

Wir wollen ihn verklagen!

Selbst alle Menschen, die in Frieden mit mir verbunden sind,

warten gespannt auf meinen Sturz.

Vielleicht lässt er sich verführen, dann können wir ihn überwältigen

und uns an ihm rächen.“ (Jer 20,7-10 BIGS 2011)

Das ist das Gefühl des Propheten. Hadernd, er ist am Ende, er kann nicht mehr. Und sein Auftrag kommt ihm unhaltbar vor. Alle sind gegen ihn, lachen und spotten, einsam ist er, alles hat sich gegen ihn verschworen!

Liebe Freundinnen und Freunde, Du hast mich verführt, gepackt und überwältigt.“ Habt Ihr es auch gemerkt?

Dieser Prophet redet wie eine Frau, die gegen ihren Willen zur Liebe gezwungen wird. Dieser Prophet fühlt sich schwach, wie gelähmt, nur so kann er seinem Leiden Ausdruck verleihen.

Er will nicht mehr. Denn: wenn er Gottes Worte weiter ausspricht, wie ihm aufgetragen ist, dann fallen alle über ihn her, fesseln ihn.

Und: wenn er schweigen will, dann brennen die Worte Gottes wie Feuer in seinem Herzen.

Ja, Jeremia kann nicht anders. Ja, die Worte müssen raus – auch wenn das Zorn und Hohn auslöst. Was er auch tut – sein Herz macht es schwer und ohnmächtig.

Doch Jeremias Ohnmacht ist nicht wortlos. Er singt seine Gedanken, sie sprudeln aus ihm heraus. Singt seine Klage. Seine Zweifel finden eine Melodie.

Jeremia findet Worte, singt gegen das Verstummen an. Und erlebt, wie daraus ein Stück Zuversicht erwächst:

20,11 Aber Gott steht mir wie ein starker, kraftvoller Mann bei.

Deshalb werden die, die mich verfolgen,

straucheln und nichts erreichen.

Gedemütigt werden sie zutiefst, denn sie bleiben ohne Erfolg –

eine immerwährende und unvergessliche Schmach.

12 Gott der Gewalten prüft die Gerechten, schaut Herz und Nieren an.

So werde ich deine ausgleichende Gerechtigkeit an ihnen erleben,

denn dir habe ich meine Sache anvertraut.

13 Singt Gott, preist Gott!

Denn Gott hat das Leben eines armen Menschen

aus der Hand derer gerettet, die Böses tun.“ (Jer 20,4b-6 BIGS 2011)

Welch ein Stimmungsumschwung, ja, vielleicht viel mehr als das: eine Wende: aus der Sackgasse heraus auf einen geraden Weg.

Für Jeremia wird der Weg nicht einfacher werden. Aber er hat Zuversicht wieder gefunden, Glaubenskraft getankt. Das ist eine wunderbare Erfahrung!

Wenn in einer Krise, einem langen dunklen Tal, wirklich Hoffnung und Zuversicht aufschimmern, dann erleben auch wir heute diese Wende von der Klage zur Hoffnung!

Auch wenn uns das Leben ganz andere Aufgaben stellt als damals Jeremia. Doch auch wir erleben: die Welt in ihrer Selbstsicherheit prallt auf Gottes Anspruch.

Ja, wie schaffen wir es – heute – als Christinnen und Christen glaubwürdig zu leben? Wie geht Gemeinschaft mit denen, die ich nicht kenne, noch nicht kenne?

Wie wird Frieden Wirklichkeit? Wie geht Gottvertrauen? Wie kann Nächstenliebe gelingen?

Ja, wie gehen wir mit Fremden, Waisen, Witwen um? Und wie geht ehrliches und aufrichtiges Reden ohne Selbstgerechtigkeit?

Das waren die Themen, die Jeremia angeprangert hat – wir wissen, was er meint, oder?

Heute glaubwürdig als Christin leben – das_ fordert mich heraus. Jeden Tag, neu. Ich begegne vielen Menschen, denen eine ungeheure Last auf den Schultern drückt.

Oft merke ich dann: Ja, ich komme da auch an meine Grenzen, finde nur schwer eine Antwort. Ja, manchmal zweifle ich auch an meinem Schöpfer, wird es mir zur Last, wenn ein Kind an Krebs erkrankt, wenn der plötzliche Tod eines Mittdreißigers eine schmerzhafte Lücke reißt, wenn Nachrichten mich erreichen, da steigen Frauen hochschwanger und mit kleinen Kindern in kleine hölzerne Nussschalen, mit der Hoffnung, in Europa eine Zukunft zu haben. Da lassen sich Frauen ausbeuten, in der Prostitution oder in unterbezahlten Jobs.

Mir werden solche Schicksale auch zu einer Last im Glauben. Und alle und auch ich brauchen dann Hoffnung, wenigstens einen Hoffnungsschimmer: Ja – es muss nicht alles so bleiben.

Dann möchte ich ein Lied anstimmen, ein Lied der Hoffnung, dass uns verbindet, auch wenn es ein dunkles Liebeslied an unseren Gott ist.

Damit wir in allem, was schwer ist, eine Hoffnung auf Veränderung sehen können.

Schwer, sehr schwer ist es so manches Mal, eine Last, eine Be-lastung, unter der ich zu zerbrechen drohe, auszuhalten, durchzuhalten. Trotz allem Hoffnung haben – vielleicht nur ein kleiner Lichtschimmer – vielleicht das Licht am Ende des Tunnels!

Liebe Gemeinde, Jeremia erlebt es so, hofft und hofft und hofft – und erlebt – viel später: Ja, meine Prophezeiungen treten tatsächlich ein. Ich behalte Recht.
Recht behalten – vielleicht ist das sogar das Schlimmste, was einem Propheten passieren kann??!! Recht haben, Recht behalten …
586 vor Chr. erobern die Babylonier Jerusalem, zerstören den Tempel, führen die Reichen ins Exil.

Und Jeremia? Neue Situation, neuer Auftrag Gottes: Jeremia wird zum Tröster für die, die nun in der Fremde leben:

Nehmt diesen Weg an“, sagt er ihnen, „Gott geht mit euch mit.

Baut, pflanzt, gründet Familien. Wagt den Neuanfang.

Es wird eine Rückkehr geben, aber es wird dauern …“

Jeremia hatte mit Gott gehadert, und dann doch im Gottvertrauen weiter geredet, gehofft, gehandelt, gelebt, nun sagt er es den Verschleppten: „Seid getrost, es gibt Neuanfang!“

Liebe Freunde und Freundinnen, heute, am Sonntag Okuli, sind wir mittendrin in der Passionszeit, folgen dem Weg Jesu, seinem Weg bis ans Kreuz.

Und wissen doch schon: sein Tod am Kreuz war nicht das Ende, ist nicht das Ende, sondern: Jesus ist auferstanden, Jesus hat dem Tod die Macht genommen – allezeit, für immer und ewig.

Ja_, trotzdem durchleben wir mit Jesus dunkelste Phasen, wie er haderte mit seinem Auftrag, wie er zweifelte hat an seinem Weg, fast ver-zweifelte,wie er den Tod besiegte – ein für alle Mal -, wie er auferstanden ist am Ostermorgen.

Wir wissen ja schon, wie es ausgeht. Von Ostern her gehen wir seinen Weg mit, von Ostern her verstehen wir unser Leben, und auch unsere Fragen und auch unsern Zweifel.

Und genau das ist das Wunderbare an unserem Glauben: Trost empfangen, wo wir Gott aus dem Blick verloren haben, getröstet werden, wo wir die Ideen von Gemeinschaft vergessen haben, wieder stark werden, wo wir nicht fürsorglich, wo wir unbarmherzig, unehrlich geworden und gewesen sind!

Ja_, wir dürfen mit Gott hadern, mit Gott ringen, an Gott zweifeln, manchmal fast verzweifeln … das alles dürfen wir, gehört zum Leben im Glauben.

Und dann, ja_ und dann werden wir es erfahren: Es gibt Vergebung, Vergebung für das, was wir taten oder unterließen. Es gibt das Licht der Hoffnung in ausweglosen Situationen! Es gibt die Wende! Auch wenn der Weg gerade schier ausweglos erscheint.

Ich bin sicher: Es gibt den Freund, gibt die Freundin, die die Hände reicht.

Es gibt die Postkarte, die Verbundenheit ausdrückt.

Es gibt einen Clown, der zum Lachen ist, einen Clown, der vielleicht auch mich jetzt zum Lachen bringt, zum befreienden Gelächter.

Und die Einladung zum Essen kommt, einfach, weil man sich mag.

Diese Töne einfließen lassen in unsere Melodie des Lebens!

Gerade auch dann, wenn der Weg grad schwer ist.

So wie es das Lied vormacht, das wir gleich singen. Auch so ein ein dunkles Liebeslied.

Fürchte dich nicht! Singt uns Gott zu. Fürchte dich nicht, auch wenn da ganz viel Angst in dir ist, in deinem Herzen.

Fürchte dich nicht … Gott kennt dich und sieht dich – so sagt es sein Wort, Gottes Wort, das trägt, dich trägt.

Fürchte dich nicht … sieh nach vorn, auf deinen Weg, dahin, wo Gott dich hin sendet, lebe, lebe für den neuen Tag.

Fürchte dich nicht …! Lasst uns in dieses Lied einstimmen lasst uns gemeinsam singen, lasst uns die Hoffnung weitertragen.

Amen.

Hortensien

fundevogel : Fantasie über die Ankunft der Toten – eine Übung für Trauerreden | unglaeubiges staunen

Habe es einfach probiert, und imaginiert, und dann vor der Aussegnung am Ende diesen kleinen Text gesprochen:

„Nana ist gestorben.
Nun sitzt sie bei Gott,
an der großen Festtafel,
neben ihr ihr Nunu
und all ihre anderen Lieben,
nach denen sie sich so gesehnt hat.
Einen Fensterplatz hat sie
da am Tisch bei Gott –
so hat sie uns und Euch und Sie alle
weiter gut im Blick
und passt auf.

Gerade eben,
als wir gesungen haben,
da war sie ganz gerührt
bei unserm Gesang:
So nimm denn meine Hände
und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich!
Ich mag allein nicht gehen
nicht einen Schritt;
wo Du wirst geh’n und stehen, da nimm mich mit!

Und Nanas Seele spürt:
Ja,
so ist es gut,
jetzt, hier bei Gott –
in der Ewigkeit.
Angekommen
an der großen Festtafel.
Mit all den Lieben.
Und einem großartigen Fensterplatz.

Ja,
ihre Seele ist jetzt angekommen,
angekommen bei Gott,
feiert schon
das Fest der Auferstehung.

Gott blickt sie liebevoll an,
bleibt ihr treu,
erweist ihr seine Liebe,
die so viel größer,
so viel wärmer und tiefer ist,
als wir uns das
vorstellen können.“

ungläubiges staunen

Fantasie über die Ankunft der Toten – als Hilfe zur Bestattungs-Predigt

Kirchliche Menschen, die bestatten, sprechen öfter über das, was vermutlich nach dem Tod gilt. Sie sagen z.B., Verstorbene seien bei Gott gut aufgehoben, Verkehrtes werde zurechtgerückt, am Ende stehe die Auferstehung ins Haus. Das Wort oder der Topos ‚Auferstehungshoffnung‘ wird gern bemüht. Das sind dogmatische Traditions-Standards der kirchlichen Rede. Kaum ein normal halb- oder unkirchlicher Mensch versteht noch, was das meint, weil kaum noch jemand in der dogmatischen Terminologie zuhause ist. Sie sagen dann auf Nachfrage: „Sag sowas ruhig, solche Formeln, das gehört offenbar zum Code der Kirchlichen. Du wirst sicher bezahlt, damit du das sagst. Es ist ok und stört mich nicht. Aber denk nicht, dass ich das verstehe.“ (O-Ton aus einem Bestattungsseminar mit der Resonanz eingeladener Kirchenferner). Die nicht zur Kirche gehören sind bald und oft schon jetzt die Mehrheit. Daher der Versuch Sprache zu finden, die…

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Da kommt noch was! | Blogaktion des Totenhemd-Blog

Da kommt noch was! | Blogaktion des Totenhemd-Blog

Als Meisterin in Prokrastination bzw. Aufschieberitis wird mein Beitrag erst am Ende der deadline fertig.
Heute morgen in der Matsche-Natur-Fango geschrieben. Gerade eben in die Tastatur gehackt und prompt veröffentlicht.

Eingeladen wurde in der Februar-Blogaktion zu den Fragen

  • Wie stelle ich mir das Leben nach dem Tod vor?
  • Was kommt nach dem Tod?
  • Welcher Gedanke, welches Bild tröstet mich?

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Wie stelle ich mir das Leben nach dem Tod vor?

Halle, hallejua, wir werden auferstehn!

Wir = ich bin nicht allein!

Meine Seele kehrt zurück in ihr Nest.

Geborgenheit in Gottes Armen – wie in den Armen (m)einer Mutter.

Ewiger Friede wird sein.

Vielleicht darf/möchte/will/muss meine Seele noch einmal inkarnieren, also neu zur Welt gekommen?

Es wird licht um mich sein und dunkel zugleich.

Alle Farben sind da, das ganze Spektrum – Regenbogenbunt – Friede!

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Was kommt nach dem Tod? – Ein Alphabet

Ausgeatmet – Angekommen – Ankunft – Advent

Buntes

Christa, Christus, Christiane, Christoph

Dunkelheit

Entspannung

Freude (ewige), Frieden (ewiger)

Glück(seligkeit)

Himmelfahrt

Jenseits

Keine Ahnungen

Losgelassen

Mehr als ich glaube/n kann.

Nichts – und alles!

Ofen aus/an

Prickelndes

Quatsch (nich)

Ruhe

Seelenfrieden

Tanzerei

Unirdisch, gar unterirdisch, etwa überirdisch?!

Versetzt nach

Weiß nicht

X-mal selig

Yogisch fliegend

Ziel erreicht!

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Welcher Gedanke / welches Bild tröstet mich?

Ich erzähle gern das Gleichnis von Sterben und Geburt: vielleicht liegen Geburt und Tod tatsächlich näher beieinander, als wir denken. Nah und unterschiedlich sind sie. Eine jüdische

Lebensweisheit lautet: „Wenn ein Mensch geboren wird, hat er die Hände zusammengeballt, so, als wolle sie/er sagen: Welt, ich bin da! Ich will anpacken, was auf mich zukommt. Ich erobere die Welt – ich werde sie ergreifen und festhalten!

Wenn ein Mensch stirbt, dann sind die Hände ausgestreckt, so, als wolle er/sie sagen: Welt, ich kann dich loslassen, ich brauche nichts mehr festzuhalten.“

Auch ein Kind, das geboren wird, geht in eine Welt, die es nicht kennt. Wenn man mit einem Kind kurz vor der Geburt sprechen könnte – ich denke, da wäre viel Angst vor dem Unbekannten, das vor ihm liegt. Angst, Unsicherheit, Neugier.

Und wenn wir es dann beruhigen wollten, dass eine ganz neue, helle und freundliche Welt auf es wartet – es würde uns wahrscheinlich nur schwer verstehen – denn all das kennt es ja – noch – nicht.

Beim Sterben stelle ich mir das ähnlich vor.

Auch da kennen wir die Welt nicht, die vor uns liegt, in die wir gehen. Wir haben nur Ahnungen, Vorstellungen und innere Bilder, wie es wohl sein könnte.

Aber wenn Geburt und Tod einander ähnlich sind, wenn beide den Weg in eine neue Welt eröffnen – warum nicht auch so, dass wir mit dem Tod in einer ganz anderen, hellen und guten Welt ankommen?“

Der Apostel Paulus schreibt davon: „Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild, dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.“ (1. Kor 13,10+12)

XKH223061

Auferstehung – was kommt dann?

Auferstehung ist …

… ein Geheimnis des Glauben

… eine heiße Verheißung

… eine sehr tröstliche Vorstelllung

… ein wunderbarer, wärmender Gedanke, der tröstet und heilt

Auferstehung beginnt im Leben!

Hier und jetzt!

Auferstehung erlebe ich schon hier, jetzt, immer wieder – einmal.

Halle-, halleluja, wir werden auferstehn!

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fundevogel : Diözesanempfang 2019 – Vortrag von Prof. Dr. Harald Lesch | Meine Erlebnisse im Altenheim

„Was hat die Natur noch mit uns zu tun? Die Zeichen stehen auf Sturm!“,

Professor Dr. Harald Lesch, Astrophysiker

Meine Erlebnisse im Altenheim

„Was hat die Natur noch mit uns zu tun? Die Zeichen stehen auf Sturm!“, versucht Professor Dr. Harald Lesch, Astrophysiker, mit seinem Vortrag beim Neujahrsempfang der katholischen Kirche uns wach zu rütteln und zum Nachdenken anzuregen.

Hört euch den Vortrag selber an:

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fundevogel : Stille … | Arno von Rosen

Berührende Worte der Trauer und des Abschieds, liebevolles Gedenken – danke!

Arno von Rosen

Am Freitag den 22. Februar war es so weit. Wir haben Uwe Johann zu Grabe getragen. Ich habe Bilder gemacht, um mich auch in Zukunft an den Schmerz, die Anteilnahme und die Umstände erinnern zu können. Auf der langen Autofahrt zurück, sind mir diese Zeilen dazu eingefallen. Ich wünsche euch Gesundheit, Glück und viele sonnige Momente im Leben ❤

Stille

Ein weißblauer Himmel wird grau,
und Tränen fließen wie Perlen;
ertränken Seele, Herz und Geist.

Jeder Schritt eine schwere Last,
Füße tragen dunkle gebeugte Trauer,
und Vögel verkünden ihr Klagelied.

Eine Mauer schniefenden Schweigens,
steht dort und hört die Stille,
und tonlos sind die Gespräche.

Unser Farbtupfer verließ die Erde,
und wurde wieder zu jener,
abgeschirmt in sonnenlosem Gefäß.

Rosenblätter fallen dort hinab,
wo keiner nimmer wiederkehrt,
letzte Gesten für ein halbes Leben.

Vater, wo bist Du jetzt?
Bruder, Du fehlst uns so!
Freund, wir werden Dich vermissen!

Und doch…

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