fundevogel : Karsamstag – Hinter Tränen | Spurensuche

Hinter Tränen ein Regenbogen
Moment mal – Spur der Woche

Regenbogen - Foto: Marie-Luise Langwald

Regenbogen – Foto: Marie-Luise Langwald

Karsamstag – Karwoche 2021

Nach dem Schock
der Abschied.
Jesus
wird ins Grab gelegt.
Damit hat niemand gerechnet.
Nur er?


Menschen heute erleiden den Schock
und den Abschied.
Grablegung
im kleinsten Kreis.
Manchmal Trost-los.


Und doch
gibt es die Hoffnung
auf Leben,
hinter Tränen
leuchtet ein Regenbogen.

Quelle: Karwoche 2021 mit Marie-Luise Langwald: Karsamstag – Hinter Tränen. › Spurensuche

fundevogel : Poesie | traumfaengerillusionen

Illusionen.
Sich frei machen davon.
Frei werden.
Frei sein.
Befreit.

Illusionen

Häng meine Tränen zum Trocknen auf

  • Bruchstück, kleiner Freund,
  • Schleier Gläsernes umhüllt
  • Raum für Phantasie
  • Mutter Erde
  • Gier hat dein Gesicht entstellt
  • Gier nichts heilig ist
  • Global Player
  • Und der Kampf um Ressourcen
  • Bestimmen die Zeit
  • Kleine Schneeflocke
  • Setz dich zu uns auf den Ast
  • Helfe ihn brechen
  • Grundnahrungsmittel
  • Für saubere Energie
  • Kinder verhungern
  • Radioaktiv
  • Verstrahlen wir die Zukunft
  • Der Ungebornen
  • Kleiner Schmetterling
  • vom Aussterben bedroht
  • Gifte überall
  • Wohlstandsverwahrlost
  • In der Wegwerfgesellschaft
  • Gott Mammon zu Dienst
  • Mc Donald beherrscht
  • das Multikulturelle
  • Des Speisezettels
  • Vielfalt verschwindet
  • Ausgerottet wird Natur
  • Das Leben genormt
  • Die Gurke zu krumm
  • Und viel zu klein die Eier
  • Im Apfel ein Wurm
  • Kinder des Urwalds
  • Entrechtet und vertrieben
  • Irren jetzt umher
  • Monokulturen
  • Soweit wie das Auge reicht
  • Für Tiere kein Schutz
  • Hochgezüchteter Samen
  • ohne Resistenz
  • Verdrängt Bewährtes
  • Mensch, glaubst du wirklich
  • Du kannst mit Genen retten
  • Was du jetzt zerstörst
  • Gott spielt er, der Mensch,
  • Denkt er…

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fundevogel : Passion | unterwegs-geschichten

Passion

Fassungslos
Was hält mich bei dir?

Haltlos
Wer hält mich fest?

Hoffnungslos
Woran kann ich noch glauben?

Kopflos
Wohin mit meinen Gedanken?

Sinnlos
Warum?

Sprachlos“

… Sprachlos
Wo finde ich mutige Worte?

Friedlos
Welche Schritte tue ich?

Mutlos
Wo und wie finde ich Mutmacher*innen?

unterwegs-geschichten

Fassungslos
Was hält mich bei dir?

Haltlos
Wer hält mich fest?

Hoffnungslos
Woran kann ich noch glauben?

Kopflos
Wohin mit meinen Gedanken?

Sinnlos
Warum?

Sprachlos

:::

Text zuerst erschienen in DieGemeinde 06-2021 „Aus lauter Passion“

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Dorothee Sölle, Johannes 20 Vers 13

Dorothee Sölle, Johannes 20 Vers 13

Manche von uns sind so verzweifelt
dass sie nichts sagen können
dass sie nicht klagen können
sie bleiben stumm
ihr leben lang
gott bitte hör ihre klage
wenn sie vor dem geleerten glas sitzen
sieh ihren schrei in den fahrigen gesten
gott hör du was sie nicht sagen

Manche von uns sind so verzweifelt
dass sie nicht weinen können
sie habens verlernt
sie bleiben trockenen auges
ihr leben lang
gott bitte sieh ihre traurigkeit
vergib ihnen ihre versteinerung
und sammle die ungeweinten tränen

Manche von uns sind so verzweifelt
dass sie noch nie einen engel gesehen haben
sie leben ohne dass jemand sie fragt
frau warum weinst du
sie glauben dir eine geschichte nur halb
und bleiben allein beim weinen
gott bitte schick einen engel
zu fragen warum weinst du
schicke eine von uns zu fragen warum
damit wir alle nicht allein bleiben
vor den gräbern
wo unsere hoffnungen verscharrt liegen
und lehr uns klagen
und lehr uns weinen
und zeig uns die engel
die schon am grab auf uns warten

(Dorothee Sölle, aus: Dorothee Sölle, Zivil und ungehorsam, Gedichte, © Wolfgang Fietkau Verlag 1990, S. 136)

Mascha Kaleko, Memento – Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang

Mascha Kaleko, Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da
sind?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und lass mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie
das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: Den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der anderen muss man
leben.

(Mascha Kaléko: Verse für Zeitgenossen. Erstveröffentlichung: 1956 Rowohlt Verlag, Hamburg © 2015 dtv Verlagsgesellschaft, München)

fundevogel : Karfreitag | Anna-Lenas Lesestübchen

Ja, Gott, Lebendige.
Hilf uns.
Raus aus der Krise.
Dieser menschengemachten.
Und menschenverachtenden Krise.
Hilf uns zu neuem Leben.
In Liebe.
Und Frieden.
Und Gerechtigkeit.
Und Freiheit.
Und in der Bewahrung Deiner Schöpfung.

Anna-Lenas Lesestübchen

Bild: Text: Theresia Bongarth, Bild/Detail: Jose Carlos Pinheiro, arteportasabertas.com,

Foto: Peter Weidemann, Layout: Sven Jäger
In: Pfarrbriefservice.de

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Lothar Zenetti, Das Kreuz durchkreuzt

Lothar Zenetti, Das Kreuz durchkreuzt

Was keiner wagt, das sollt ihr wagen
was keiner sagt, das sagt heraus
was keiner denkt, das wagt zu denken
was keiner anfängt, das führt aus.

Wenn keiner ja sagt, sollt ihr´s sagen
Wenn keiner nein sagt, sagt doch nein
wenn alle zweifeln, wagt zu glauben
wenn alle mittun, steht allein.

Wo alle loben, habt Bedenken
wo alle spotten, spottet nicht
wo alle geizen, wagt zu schenken
wo alles dunkel ist, macht Licht.

(Lothar Zenetti aus: Lothar Zenetti, Auf Seiner Spur. Texte gläubiger Zuversicht, © Matthias Grünewald Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern 2011. http://www.verlagsgruppe-patmos.de)

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Karfreitagsgebet

Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Karfreitagsgebet

„Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?“
Betet Jesus.
Schreit.
Verzweifelt.
In Todesangst.

Ein einziger Schrei:
warum?
Wo?
Wo bist du, Lebendige?
Warum
hast du mich verlassen?

Der Tod.
Unerbittlich und unbezwingbar.
Nichts
richten wir Menschen dagegen aus.
Können es gar nicht.
Unfähig sind wir.

Der Tod.
Fassungslos und ohnmächtig
macht er uns.
So viel Leiden,
so viel Sterben,
so viele Tode.

Der Tod.
Traurig und untröstlich
lässt er uns sein.
Um Menschen,
die uns nah sind.
Und um Menschen in aller Welt.

Der Tod.
Viele Gesichter hat er.
Hungertod.
Kriegstod.
Tod auf der Flucht.
Tod durch eigene Hand.
Tod durch Krankheiten.
Tod vor der Geburt.
Tod durch Armut.

„Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?“

„Mein Gott, mein Gott,
warum hast du uns verlassen?“

Mit Jesus weiter beten.
Nicht ins Leere schreien.
An DIR,
an der Lebendigen festhalten.
Beim DU bleiben.

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass das Leid dieser Welt
nicht umsonst sein!

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass die Tränen
unsere Seelen heilen!

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass den Schmerz
zu neuem Leben führen!

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass die Gewissheit wachsen:
DEINE Kraft ist mächtig
in den Schwachen!

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass mich im Schrei
zu DIR finden,
in den Wogen der Angst.

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass mich dort sein,
wo ich geborgen bin,
in DIR.

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass mich dort sein,
wo ich spüre:
DU liebst mich.
Zu allererst
und vor allem anderen.
Lebendige, verlass mich nicht!
Ich in DIR
und DU in mir.
Allein Du, Lebendige.
Mit Jesus.
AMEN.

Alles zum Kreuz bringen. Karfreitagsgebet

Alles zum Kreuz bringen.
Karfreitagsgebet

Menschen tragen Kreuze,
bis heute.
Menschen bekommen auch heute
Kreuze aufgeladen.

Und es sind nicht nur
Sichtbare dabei.

Es gibt auch
die unsichtbaren Kreuze,
die Menschen nur im Herzen tragen:
Ballast der Vergangenheit,
Leiden des Lebens,
Geschichten von Leid
und Schmerz
und Schuld.

Lebendige,
vor dich bringen wir
das Leid deiner unerlösten Welt.

Manchmal, Lebendige,
da sehen wir keinen Ausweg,
da spüren wir keinen Frieden,
da sind wir hilflos.

Heute, Lebendige,
nehmen wir die Menschen ins Gebet,
denen es so geht.
Bringen ihre Sorgen und Nöte
an dein Kreuz.

Lebendige,
das Licht ist erloschen.
Steh denen bei,
die kein Licht mehr sehen.
Die im Dunkeln tappen
und nach Ausweg suchen.

Lebendige,
Teller und Kelch,
Brot und Saft
sind nicht mehr da.
Hilf denen,
die ohne täglich Brot oder Reis
(über-)leben müssen.
Die Hunger leiden
an Leib und Seele.

Lebendige,
das Wort ist verschwunden.
Stärke alle,
die sich nach einem guten Wort sehnen.
Die das lebendige Wort suchen,
das sie heil macht.

Lebendige,
die Blumen sind verblüht.
Sei mit allen,
die sich Farbigkeit im Leben
wünschen.
Die das Grau in Grau
des neuen Alltags
nicht mehr ertragen.

Lebendige,
das Kreuz bleibt da.
Alles bringen wir zum Kreuz.
Sammeln uns unterm Kreuz.
Gemeinschaft im Leid,
Verbundenheit im Schmerz.
Amen.