Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
Karfreitagsgebet

„Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?“
Betet Jesus.
Schreit.
Verzweifelt.
In Todesangst.

Ein einziger Schrei:
warum?
Wo?
Wo bist du, Lebendige?
Warum
hast du mich verlassen?

Der Tod.
Unerbittlich und unbezwingbar.
Nichts
richten wir Menschen dagegen aus.
Können es gar nicht.
Unfähig sind wir.

Der Tod.
Fassungslos und ohnmächtig
macht er uns.
So viel Leiden,
so viel Sterben,
so viele Tode.

Der Tod.
Traurig und untröstlich
lässt er uns sein.
Um Menschen,
die uns nah sind.
Und um Menschen in aller Welt.

Der Tod.
Viele Gesichter hat er.
Hungertod.
Kriegstod.
Tod auf der Flucht.
Tod durch eigene Hand.
Tod durch Krankheiten.
Tod vor der Geburt.
Tod durch Armut.

„Mein Gott, mein Gott,
warum hast du mich verlassen?“

„Mein Gott, mein Gott,
warum hast du uns verlassen?“

Mit Jesus weiter beten.
Nicht ins Leere schreien.
An DIR,
an der Lebendigen festhalten.
Beim DU bleiben.

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass das Leid dieser Welt
nicht umsonst sein!

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass die Tränen
unsere Seelen heilen!

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass den Schmerz
zu neuem Leben führen!

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass die Gewissheit wachsen:
DEINE Kraft ist mächtig
in den Schwachen!

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass mich im Schrei
zu DIR finden,
in den Wogen der Angst.

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass mich dort sein,
wo ich geborgen bin,
in DIR.

Lebendige, verlass mich nicht!
Lass mich dort sein,
wo ich spüre:
DU liebst mich.
Zu allererst
und vor allem anderen.
Lebendige, verlass mich nicht!
Ich in DIR
und DU in mir.
Allein Du, Lebendige.
Mit Jesus.
AMEN.