„Guter Hoffnung“ – so heißt ein Bio-Kräutertee für Schwangere. Mit vielen guten
Zutaten aus der Apotheke Gottes: Kamille, Zitronenmelisse und Lavendel,
Pfefferminze und Ingwer und Birkenblätter. Sie sind „guter Hoffnung“ – so
sagten wir früher von schwangeren Frauen. Sie tragen ein Kind „unter dem
Herzen“. Voll Vertrauen. Guter Hoffnung eben.

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Guter Hoffnung. Frauen vertrauen auf das Leben. Auf die Rhythmen der Natur.
Vertrauen auf die eigene Kraft und Stärke. Vertrauen dem Partner, auf die sie
begleitende Hebamme, auf eine Freundin. Umschlossen vom Urvertrauen, von
der Liebe zum Leben. Gute Hoffnung, die auch Leid und Enttäuschung erträgt.
Gute Hoffnung, die gar nicht so selten jäh endet. Viele Frauen in aller Welt, die
ein Kind verloren haben , stellen am kommenden Sonntag, am 3. Advent, wieder
abends um 19.00 Uhr eine Kerze ins Fenster. Um uns und sich zu erinnern, an
die vielen Sternenkinder – beim world wide candle lightning – leuchtende
Zeichen der Hoffnung, die bleibt.

Gute Hoffnung wächst aus Vertrauen. „Guter Hoffnung sein“ heißt, die
Möglichkeit zu erwarten, dass alles gut sein wird. Solche Hoffnung wirkt
stärkend. Aus Vertrauen und Hoffnung wächst Gelassenheit. Wenn wir gelassen
sind, unterscheiden wir zwischen dem, was wir tun können, und dem, was unser
Handeln bei weitem übersteigt.

Guter Hoffnung war auch Maria. Damals. In biblischer Zeit. Genauso wie
Elisabeth, ihre Cousine. Guter Hoffnung beide. Und sie begegnen sich. Maria
kommt über den Berg. Und Elisabeth hat einen verstummten Mann zuhause
sitzen. Dem es die Sprache verschlagen hat angesichts der Begegnung mit
einem Engel. Große Freude bei den beiden Frauen über das Wiedersehen.
Guter Hoffnung sind sie beide. Hoffen auf die Befreiung von der Scham.
Mysteriöse Begleitumstände ihrer Schwangerschaften bei beiden. Das gib
Gesprächsstoff für Wochen. Und währenddessen wächst Leben in ihnen heran,
Gotteskinder. Ich stelle mir vor, wie sie sich in den Armen liegen und sich freuen.
Voll guter Hoffnung. Wie sie reden von ihren kleinen und großen Alltagssorgen,
über die Beschwernisse und Freuden der Schwangerschaft. Die schon recht alte
Elisabeth, die so lange schon mit der Schande der Kinderlosigkeit leben musste.
Und die noch recht junge Maria, die nun auch in Schande geraten ist. Weil sie
unverheiratet schwanger wurde.

Guter Hoffnung alle beide. Und so trinken sie Tee und tuscheln und lachen. Und
werden ganz ernst. Weil die göttliche Verheißung eigentlich unfassbar scheint ,
die auf ihnen und ihren Kindern liegt. Und immer wieder die Hände auf dem
Bauch, guter Hoffnung eben. So wünsche ich mir die kommende Zeit, die Adventszeit, auch für uns:

Guter Hoffnung sein, noch etwas vom Leben und von Gott erwarten. Über den
Berg gehen, die alltäglichen Sorgen und Schwierigkeiten überwinden. Lachen
mit Freundinnen und Freunden. Guter Hoffnung sein und sich dem
Unglaublichen stellen: dass auf dem, was wir in uns tragen an Ideen,
Lebendigkeit, an Geheimnisvollen … dass auf all dem Gottes Segen liegt.
Guter Hoffnung sein im Advent. Und wir einstimmen in den großen Jubel Marias,
in ihr großes Hoffnungs-Lied (aus Lukas 1,46ff, Bibel in gerechter Sprache):
„Meine Seele lobt die Lebendige, und mein Geist jubelt über Gott, die mich
rettet. Seht, von nun an werden mich alle Generationen glücklich preisen, denn
Großes hat die göttliche Macht an mir getan, und heilig ist ihr Name. Sie hat
Gewaltiges bewirkt. Mit ihrem Arm hat sie die auseinander getrieben, die ihr
Herz darauf gerichtet haben, sich über andere zu erheben. Sie hat Mächtige von
den Thronen gestürzt und Erniedrigte erhöht, Hungernde hat sie mit Gutem
gefüllt und Reiche leer weggeschickt.“

Welch starke, hoffnungsvolle Worte! Voll guter Hoffnung. Gott, du Trösterin und
Zuflucht, steh uns bei in schwierigen Situationen, damit uns die Hoffnung bleib t.
Dass Gott uns segne und behüte, heute, morgen und in Ewigkeit. Lass uns guter
Hoffnung sein!