Mersmanns dringliche Anregung:

„Gehen Sie, ab dem kommenden Montag, durch die Straßen Ihrer Stadt und schauen Sie genau hin.
Flanieren Sie an geschlossenen Museen und Theaterhäusern, Kinos und Restaurants vorbei, betrachteten Sie die dicht gedrängten Reihen vor den Brutal-Discountern, beobachten Sie, in welchen Stadtteilen die Polizei besonders patrouilliert, sehen Sie sich die Menschen an, bei denen sich die Armut aus jeder Pore meldet und halten Sie die Ohren offen, ob Sie das Lachen hören, das es längst nicht mehr gibt.
Gehen Sie an den Schaufenstern vorbei und sehen Sie sich den ganzen Ramsch an, der überall auf der Welt gleich ist.

Und denken Sie an den Satz der bayrischen Bäuerin. „Wir sollten nicht soviel dahermachen, mit dieser beschissenen Welt.“

Wenn überhaupt, dann sollten wir sie ändern.“

form7

Nein, nichts wird gut. Und vor allen Dingen nicht wieder. Denn wieder gut würde bedeuten, dass wir auf dem richtigen Weg waren. Und das, soviel ist sicher in einer unübersichtlichen Lage, waren wir nicht. Die Bilanz, zu der die Pandemie zwingt, ist verheerend. Der Unterschied zwischen Arm und Reich war noch nie so groß, die Verwüstung von Natur wie Mensch hatte niemals solche Ausmaße und die Lernfähigkeit, fassen wir uns an die eigne Nase, war noch nie so dürftig. In der Krise, so heißt es, zeige sich, ob Systeme das Potenzial haben, zu überleben. Na dann, gute Nacht. Denn nichts deutet darauf hin, dass an den Ursachen der grausamen Bilanz gearbeitet würde. Weiter so, heißt die Parole, geschmückt mit der fatalen Hoffnung, dass alles wieder so wird, wie es war. Ja, wer will das denn?

Gerade las ich einen Roman, der in den Wirren der 1920iger Jahre in Deutschland spielt…

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