Mein zweiter Beitrag zur März-2020-Blogaktion des Totenhemd-Blog „Wo spaziert der Tod durch euer Bild?“. Mir kam sofort der Gedanke, einmal Revue passieren zu lassen: „Corona spaziert durch mein Bild!“ Los geht’s!

Email an Petra am 5. März 2020:
„Nun warte ich auf das Corona-Virus, damit ich schnell damit durch bin … und es nicht erst in 3 Jahren bekomme!
Oder dann, wenn es ganz viele auf einmal haben und unsere medizinische Versorgung das doch nicht gut bewältigen kann und wird.
Bei mir im Krankenhaus hier haben sie auch ohne Corona schon genug Stress und oftmals Personalengpässe!“

Worauf sie flugs antworte und am 6. März zurückmailte:
„Du bist die erste die mir schreibt: ich warte auf das Corona-Virus :-)) yeah!
Wäre doch auch noch einen Artikel wert ;-).
Dann wünsche ich dir dass es bald um die Ecke kommt und dich ansteckt.“

Nun ist es schon der 11. März. Und so ich sammle meine Corona-Gedanken, die durch mein Hirn spazieren:

Ja, ich möchte das Virus lieber heute als morgen haben. Damit ich es hinter mir habe. Besser es erwischt mich schnell, als erst in einer angespannten Situation, wo es schwierig sein wird Hilfe zu bekommen, weil wir dann so viele sind.

Ja, ich möchte das Virus lieber heute als morgen haben. Auch wenn ich nicht mehr die Jüngste bin und schon über 60. Ich bin noch ziemlich gesund, habe keine chronischen Krankheiten. Damit werde ich schon fertig. Habe doch schon Masern und Windpocken und Röteln und Mumps und Scharlach überlebt. Auch ab und an die Grippe und reichlich grippale Infekte.

Ja, ich möchte das Virus lieber heute als morgen haben. Heute las ich bei einem Virologen, dass nach seiner Einschätzung die Ausbreitung des Corona-Virus erst zum Stillstand kommen wird, wenn 2/3, also 67 % der Bevölkerung damit durch sind. Wenn es 2 von 3 Menschen gehabt haben, und somit erst einmal immun dagegen sind, wird die Verbreitung für das Virus sehr viel schwieriger bis unmöglich.

Coronavirus, Virus, Pandemie, China Quelle: pixabay

Ja, ich möchte das Virus lieber heute als morgen haben. Viel besser, finde ich, als es zu einem Zeitpunkt zu bekommen, wenn sozusagen der Höhepunkt der Infektionswelle ist und im öffentlichen Leben gar nichts mehr geht. Wenn mich niemand mehr pflegen kann, weil auch die Ärzte und Pflegenden danieder liegen.

Corona, Italien, Landkarte, KarteQuelle: pixabay

Ja, ich möchte das Virus lieber heute als morgen haben. Auch wenn damit vielleicht der Tod durch mein Leben spaziert. Vielleicht sogar sehr massiv? Vielleicht überwältigend? Vielleicht aber auch nur zart anklopfend?
Vor gut 10 Jahren habe ich für mich begonnen, abschiedlicher zu leben. Versuche meine Kräfte besser einzuteilen. Habe meine Löffelliste geschrieben. Mit meinem Mann unser Testament verfasst. Immer wieder überlegt, wie lange ich noch arbeiten will. Was dann kommen soll. Und denke immer wieder:

Du hast so viele Pläne und Ideen, fang an sie umzusetzen.

Lass Deine Kreativität frei.

Clowniere, bastle, male, knüpfe, sticke, stricke, schreibe, fotografiere, was das Zeug hält!

Verabschiede Dich beizeiten von allem, das wohl nichts mehr wird – übe Dich im Lassen.

Hör auf zu verschieben auf später – lebe jetzt.

Ja, ich möchte das Virus lieber heute als morgen haben. Corona jetzt, yeah!