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Damals in Jerusalem, vorm Schafstor: Betesda, das „Haus der Gnade“. Fünf Säulenhallen, in denen viele Kranke lagen, um einen Teich herum: Blinde, Bewegungsunfähige, Verkrüppelte. Und einer dort, der ist schon 38 Jahre krank. Jesus sieht ihn liegen auf seiner Matte, erkennt sofort, der ist schon so lange so krank. Und fragt: »Willst du gesund werden?“

„Rabbi, ich habe doch keinen, der mich in den Teich trägt, wenn sich das Wasser bewegt. Wenn ich noch unterwegs bin, ist der erste schon drin.“ Da sagt Jesus schon zu ihm: „Steh auf, nimm deine Matte und geh umher!“ Und sofort wurde er gesund. Und nahm seine Matte und ging los. (nach Joh. 5,2ff)

Ein einsamer Mensch, dieser Kranke, der niemanden hat, der ihm hilft. „Willst du gesund werden?“ Eine lebensverändernde Frage, auf die der Kranke resigniert und kraftlos antwortet. Jesus hört ihm einfach zu, ohne zu urteilen, und gibt ihm so die Chance, dass alles anders wird. Antwortet ganz einfach: „Steh auf, nimm deine Matte und geh umher!“

Steh auf, steh auf, die Liebe gibt dir Halt, wo immer du auch bist.“ So fröhlich und laut singend beginnen die ökumenischen Weltgebetstagsgottesdienste am kommenden Freitag, 6. März 2020. Die Frauen aus Simbabwe laden ein und benennen das Leid und Unglück in ihrem Land: Armut, Hunger, Gewalt, Aids, Dürren und Unwetter als Folgen des weltweiten Klimawandels. Und sie hören Jesus sagen: „Steh auf, nimm deine Matte und geh umher!“

„Steh auf, steh auf, die Sehnsucht treibt dich an, wo immer du auch bist.“ So zuversichtlich und getrost singen wir am Freitag weiter. Und bedenken dabei auch die großen Probleme in unserm Land: die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Armen und Reichen, die zunehmende Verrohung schon in der Sprache, Hass und Gewalttaten, Unwetter und Dürren. Und auch wir hören Jesus sagen: „Steh auf, nimm deine Matte und geh umher!“

„Steh auf, steh auf, Versöhnung macht dich stark, wo immer du auch bist.“ Die dritte Strophe singt von vergeben, versöhnen, die Hände reichen, einander in aller Buntheit und Verschiedenheit ertragen. Jesu Worte „Steh auf, nimm deine Matte und geh umher!“ gelten uns allen. Furchtlos und frei von Angst nach Gottes Wort handeln, dazu lädt er ein. Auf allen Ebenen. Und alle hören Jesus sagen: „Steh auf, nimm deine Matte und geh umher!“

Steh auf, steh auf, die Liebe gibt dir Halt, wo immer du auch bist.“ Beten wir mit, feiern wir mit, in den ökumenischen Gottesdiensten zum Weltgebetstag in den Gemeinden unseres Landkreises. Für die Menschen in Simbabwe und für uns. Für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Folgen auch wir Jesu Worten: „Steh auf, nimm deine Matte und geh umher!“

Steh auf, steh auf, die Sehnsucht treibt dich an, wo immer du auch bist.“ Furchtlos und frei von Angst unsere Wege gehen zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung.

 

Steh auf!

Nimm die Matte.

Pack sie weg!

Und:

pack alles weg,

was dich festhält und klein macht.

Richte dich auf und tritt hinaus in Licht.
Damit dich alle sehen

und deine Hand ergreifen können.

Mach dich auf den Weg.

Steh auf!

Geh!