Habe es einfach probiert, und imaginiert, und dann vor der Aussegnung am Ende diesen kleinen Text gesprochen:

„Nana ist gestorben.
Nun sitzt sie bei Gott,
an der großen Festtafel,
neben ihr ihr Nunu
und all ihre anderen Lieben,
nach denen sie sich so gesehnt hat.
Einen Fensterplatz hat sie
da am Tisch bei Gott –
so hat sie uns und Euch und Sie alle
weiter gut im Blick
und passt auf.

Gerade eben,
als wir gesungen haben,
da war sie ganz gerührt
bei unserm Gesang:
So nimm denn meine Hände
und führe mich
bis an mein selig Ende und ewiglich!
Ich mag allein nicht gehen
nicht einen Schritt;
wo Du wirst geh’n und stehen, da nimm mich mit!

Und Nanas Seele spürt:
Ja,
so ist es gut,
jetzt, hier bei Gott –
in der Ewigkeit.
Angekommen
an der großen Festtafel.
Mit all den Lieben.
Und einem großartigen Fensterplatz.

Ja,
ihre Seele ist jetzt angekommen,
angekommen bei Gott,
feiert schon
das Fest der Auferstehung.

Gott blickt sie liebevoll an,
bleibt ihr treu,
erweist ihr seine Liebe,
die so viel größer,
so viel wärmer und tiefer ist,
als wir uns das
vorstellen können.“

ungläubiges staunen

Fantasie über die Ankunft der Toten – als Hilfe zur Bestattungs-Predigt

Kirchliche Menschen, die bestatten, sprechen öfter über das, was vermutlich nach dem Tod gilt. Sie sagen z.B., Verstorbene seien bei Gott gut aufgehoben, Verkehrtes werde zurechtgerückt, am Ende stehe die Auferstehung ins Haus. Das Wort oder der Topos ‚Auferstehungshoffnung‘ wird gern bemüht. Das sind dogmatische Traditions-Standards der kirchlichen Rede. Kaum ein normal halb- oder unkirchlicher Mensch versteht noch, was das meint, weil kaum noch jemand in der dogmatischen Terminologie zuhause ist. Sie sagen dann auf Nachfrage: „Sag sowas ruhig, solche Formeln, das gehört offenbar zum Code der Kirchlichen. Du wirst sicher bezahlt, damit du das sagst. Es ist ok und stört mich nicht. Aber denk nicht, dass ich das verstehe.“ (O-Ton aus einem Bestattungsseminar mit der Resonanz eingeladener Kirchenferner). Die nicht zur Kirche gehören sind bald und oft schon jetzt die Mehrheit. Daher der Versuch Sprache zu finden, die…

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