weihnachts-Neujahrs-Etueden 2017weineu_2

Christiane lädt ein zu den Neujahrssetüden2018. Eine Liste aus 12 Wörtern ist vorgegeben.

Bei dieser Geschichte heute habe ich die Grundregel: 3 Wörter, maximal 10 Sätze, ignoriert und – übermütig – alle 12 Wörter in eine Etüde gepackt.

 

 

 

Wundersam

Der Christbaumständer Jens staunte!

Die Feste und Feierlichkeiten nahmen ja gar kein Ende mehr – da war kaum Hoffnung, dass er und sein Baum etwas Ruhe finden würden.

Weihnachten war vorbei, da kam schon Silvester feiern mit Karpfen und Berlinern und Bleiklumpen.

Dabei sollten es doch Rauhnächte bis in den Januar – das hatte Jens sich wirklich anders vorgestellt.

Große Hoffnung hatte er gehabt auf großartige Erlebnisse in sonderbaren sagenumwobenen Nächten, von denen ihm seine Eltern früher, als er noch ein kleiner Christbaumständer gewesen war, immer so spannend erzählt hatten.

Nun wurde mitten in der Nacht rumgeballert und geböllert, Wunderkerzen wurden abgebrannt (das fand Jens noch am schönsten von dem ganzen Spektakel!) und die Kirchenglocken dröhnten dazu mit ihrem Neujahrsläuten.

Die Leute fielen sich um den Hals und gaben sich Kuss um Kuss und – trotz bester Vorsätze soffen manche so viel und so schnell, dass sie noch in der Neujahrsnacht in die Notaufnahme eingeliefert werden mussten!

Welche Heuchelei, welch bodenlose Dummheit!

Jens, der Christbaumständer, schüttelte sich energisch und ruckte sich zurecht, jetzt galt es erst recht, Haltung zu zeigen, auch wenn der Baum dabei ein wenig nadelte.

Voll neuem Optimismus war er, dass wenigstens die letzten der Rauhnächte ihnen noch die ersehnten Abenteuer mit unheimlichen Mächten und geheimnisvollen Wesen bringen würden!