Im Ende ein Anfang

Predigt zu Phil 1,3-11 am 23. Oktober 2016 zur Verabschiedung in der Ev. Emmaus-Kirchengemeinde Willich am Ende des Probedienstes

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

„In jedem Ende steckt auch ein Anfang“, sagen die Leute, die es ja nur gut meinen, wenn etwas zu Ende geht. Sie sagen es in diesen Zeiten und Momenten im Leben, in denen man gar nicht so richtig weiß, ob man jetzt lachen oder weinen soll. Und noch bevor sie wieder Luft und Hermann Hesse aus der Tasche holen können, sage ich: „Stopp!“ Im Anfang wohnt kein Zauber. Höchstens Schweiß, Blut und Tränen. Davon können Menschen ein Lied singen, die gerade Eltern geworden sind und das können auch eine Gemeinde und eine Pfarrerin, die sich voneinander verabschieden.
Wenn etwas zu Ende geht, sieht man meistens vor allem das, was war und das nicht mehr sein wird. Meistens ist das Gefühl dazu trostlos, die Perspektive aussichtslos und Herz und Mund sind sprachlos. Was soll man auch sagen?

Lernen und Worte klauen kann man vom Apostel Paulus. Der schreibt nämlich in einer Situation, die für ihn genau so ist, nämlich trostlos und aussichtslos. Er sieht dem Ende entgegen – in dem Fall dem Ende seines eigenen Lebens, schaut zurück auf das, was war, zieht so eine Art Resümee und wagt einen mutigen Blick Richtung Zukunft. Die Worte, die er dafür findet, könnten heute auch meine sein. Oder eure.

weiterlesend auf: pastor’s diary – Gedanken, Notizen und Predigten.