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E.Munch, Die tote Mutter

Munch, Edvard. 1863–1944. “Die tote Mutter”, um 1900. Öl auf Leinwand, 100 × 90 cm. Inv. Nr. 377–1918/2

Trauern und Sterben – Sterben und Trauern

Ein Mensch ist schwerst krank,liegt im Sterben,trauert sehr, trauert um das eigene Leben, um den Verlust lieber Menschen, trauert.

Die sich vom Sterbenden verabschieden, trauern – ja, trauern auch, trauern anders, um den Verlust eines lieben Menschen, um die gemeinsame Geschichte, um die verlorene Zukunft, trauern.

Die UNGLEICHZEITIGKEIT, die VERSCHIEDENHEIT, die UNTERSCHIEDLICHKEIT des Trauerns scheint fast das „Schwerste“ zu sein beim Trauern, das Aushalten erfordert so viel Lebenskraft – und Sterbekraft.

Die so unterschiedlich Trauernden versuchen oft mit aller Macht einander zu schonen, bloß nicht offen zu sprechen, bloß nicht vom Sterben und vom Tod zu sprechen – die Angst ist viel zu groß vor der Wirklichkeit, die hereinbrechen wird.

So bleibt vieles ungesagt, bleiben Sterbende und Abschiednehmende allein, können nur schwer einander trösten und stützen und begleiten.

Lasst uns Wege suchen, die die Begegnung fördern und das Trauern für alle ermöglichen.

Lasst uns mutig sein, tapfer, entschlossen – und trauern! Es hat alles seine Zeit.